Humboldt-Gymnasium Eichwalde Beratungsstützpunkt für Begabtenförderung Netzwerkschule im Netzwerk Zukunft
Frankenstein Frankenstein vor dem Abitur Der eisige Wind der Arktis bläst den angespannten Gemütern des kleinen Schlauchbootes um die Ohren, ein paar betrunkene Seefrauen  giggeln vor sich hin und reichen den Schnaps rum, ein lautstarker Kapitän brüllt Befehle und versucht seiner Person verzweifelt Gehör zu verschaffen, vergebens. Auf einmal erscheint eine vermummte Gestalt von Unterdeck und verkündet schließlich: "I am Victor Frankenstein and this is my story!" Das Theaterstück hat begonnen! Kurz vor den Prüfungen, am Freitag den 23. April, führte der 13er Leistungskurs von Frau Dr. Ruppel ihr Theaterstück auf. Mehr als 100 Schüler, Lehrer und Eltern fanden sich zusammen, um diesem lang erwarteten Spektakel beizuwohnen, denn die Theatergruppe arbeitete bereits seit der Projektwoche in der 12. Klasse an dem Stück. Viel ist inzwischen passiert, Victor schwingt das Skalpell, macht Notizen. Körperteile fliegen durch die Luft. Victor ist nicht zufrieden, das Experiment scheint misslungen. Stille, Victor wendet sich ab, doch in diesem Moment durchfährt ein markerschüttender Groll das Labor. Eine Hand erscheint aus dem Sarkophag, gefolgt von einem furchtbaren, entstellten Körper. "It's alive... IT'S ALIVE!!!", Victors Erstaunen weicht schnell dem blanken Horror. Als sich der Lk mit der ersten Probe anfing, hatten sie noch keine Ahnung auf was sie sich einlassen würden: 9Monate voller Schweiß, leichte bis mittelschwere Nervenzusammenbrüche, Kämpfe um Art der Betonung, Aussprache verschiedener Textpassagen und Auf- und Abbauvorgänge, sowie Bewegungsabläufen während der Szene und mehrere unaufgeklärte Bisswunden, Theater spielen war doch nicht so einfach wie man es bei den Schulausflügen in die Kunstakademie hätte vermuten können. Möglich machte dies nur, die unerschütterliche und geradezu unerschöpfliche Geduld von Dr. Ruppel, die stets Zuversicht ausstrahlte und nie Zweifel zeigte, dieses Werk meisterlich auf die Bühne zu bringen. Unterstützung bekamen die unerschrockenen Schüler auch von der Technik AG der Schule, die für Sound, Licht und Projektor Verantwortung übernahmen und somit die Atmosphäre des Stücks beachtlich steigerten. Das frisch vermählte Paar Frankenstein befindet sich gerade auf ihren Anwesen um die lang ersehnte Hochzeitsnacht zu genießen, beugt sich vor und kommt seiner Geliebten näher, aber plötzlich schallt ein nur allzu vertrautes Grummeln, ein furchtbares, durchdringendes Grummeln durch Frankensteins Villa. Er rennt raus in der Hoffnung das Biest stellen zu können, ein fataler Fehler. Die Kreatur betritt das Schlafgemach durch das Fenster, langsam, lautlos schleicht es auf die Geliebte zu. Am Tag der Aufführung fand sich die Theatergruppe noch für eine letzte Generalprobe zusammen, zum aller ersten Mal wurden alle Komponente der Aufführung miteinander verbunden, doch die Ausführung konnte höchstens suboptimal genannt werden. Glücklicherweise griff die bekannte Regel: Wenn die Generalprobe schlecht lief, dann läuft die richtige Vorstellung grandios, und genauso verhielt es sich dann auch. Die Schüler des 13te Klasse Lks lieferten einen super Auftritt. Frau Ruppel bekam zum Dank für die enorme Unterstützung zum Schluss dann noch einen Blumenstrauß überreicht. Victor liegt tot auf einem Eisblock, der Kapitän steht neben ihm, in Gedanken. Victor starb an Rastlosigkeit und Überanstrengung. Der Kapitän möchte sich gerade abwenden als er in einiger Entfernung eine große Gestalt ausmacht, die Kreatur von der Frankenstein sprach. Sie kommt näher stellt sich neben den Körper seines Schöpfers, Reue ist in seinem Blick, er greift die Hand seines Vaters und nimmt Abschied. "And then the Creature is gone, vanishing smoothly into the night..."“ Max Fitz, Lk Englisch 13